Mittwoch, 11. März, 19:00 Uhr: Leben mit Orang-Utans

Eindrücke aus den Dörfern am Rand des indonesischen Regenwalds auf Borneo
Vortrag von Dr. Viola Schreer

Orang-Utans sind die einzigen überlebenden Großen Menschenaffen in Asien. 2016 deklarierte die Rote Liste der Weltnaturschutzunion IUCN die Spezies als vom Aus-sterben bedroht. Neben dem Verlust von Lebensraum stellen Wilderei, Mensch-Tier-Konflikte, Waldbrände und die Folgen des Klimawandels die größten Bedrohungen für den Fortbestand der Orang-Utans dar. Basierend auf 28 Monaten ethnologischer Feldforschung in Dörfern des indonesischen Regenwalds auf Borneo, beleuchtet der Vortrag Initiativen zum Schutz von Orang-Utans und fragt u. a.: Wie nehmen die Menschen vor Ort Orang-Utans wahr? Welche Konsequenzen haben die Schutzbemü-hungen für die Lokalbevölkerung? Und was sollten Schutzbestrebungen berücksichti-gen, um möglichst erfolgreich zu sein? Ziel des Vortrags ist es, auf die Komplexität und Herausforderungen aufmerksam zu machen, die beim Zusammenspiel von west-lich-geprägtem Naturschutz und indigener Bevölkerung entstehen. Dr. Viola Schreer ist Umweltethnologin an der Brunel University London. Seit über mehr als zehn Jahren forscht sie zu Mensch-Umwelt-Beziehungen im indonesischen Teil der Insel Borneo. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Untersuchung der durch Modernisierungsbestrebungen wie etwa Palmöl, Bergbau und Infrastrukturausbau und den damit einhergenden Umweltveränderungen hervorgerufenen, veränderten Lebenssituation von Kleinbauern in Dörfern am Rand des Regenwaldes. Derzeit untersucht sie im Rahmen des Projekts "The Global Lives of the Orangutan" das Zusammenspiel von westlich geprägtem Naturschutz und indigener Lokalbevölkerung, die Seite an Seite mit Orang-Utans lebt. Ohne Anmeldung. Gebührenfrei.
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