FAQ (Anerkannte) Asylbewerber und Integrationskurse

Zugang zu Kursen - notwendige Papiere - Wartezeiten

Informationen für Interessenten und
ehrenamtlich / hauptamtlich Helfende und Betreuende


Was ist ein Integrationskurs? Was kostet er? Welche Papiere muss ich vorlegen? Wer darf teilnehmen, und wer nicht? Wie lange dauert das Deutschlernen?


Vorbemerkung: Kommen Sie bitte erst zu uns, wenn Sie die beiden weiter unten genannten Dokumente haben. Kommen Sie bitte in den Sprechzeiten (dienstags 8-12 Uhr, donnerstags 9-12 und 14-16.30 Uhr). Wollen Sie längere Wartezeiten vermeiden, empfiehlt sich eine telefonische Terminvereinbarung. Die Erstberatung dauert meist zwischen 30 und 45 Minuten. Was ein Integrationskurs ist, lesen Sie weiter unten auf dieser Seite.

Asylsuchende, deren Asylantrag anerkannt wird (aus Syrien, Iran, Irak, Eritrea), erhalten einen „Aufenthaltstitel“ (zunächst ein A4-Papier als vorläufiges Papier, und einige Wochen später den Titel selbst, der von der Form her mit dem deutschen Personalausweis im Kreditkartenformat vergleichbar ist). Gleichzeitig erhalten sie eine Verpflichtung zur Teilnahme am Integrationskurs (vgl. Download weiter unten). Verpflichtung bedeutet, dass sie innerhalb von zwei Jahren nach Ausstellungsdatum einen Integrationskurs beginnen müssen. Diese Verpflichtung ist bundesweit gültig und wird von jedem Integrationskursanbieter akzeptiert. Mit diesem Papier geht eine Reduzierung der Kursgebühr einher: sie sinkt von derzeit 3,10 Euro x 660 Stunden = 2.046,- Euro auf 1,55 x 660 Stunden = 1.023,- Euro.

Zeitlich zusammen fällt mit dem Erteilen des Aufenthaltstitels der Übergang von den bisherigen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (Sozialamt) hin zu den Leistungen durch das Jobcenter. Sobald die Bewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (ALG II) (vgl. Download weiter unten) vorliegt, kann damit ein Antrag auf Kostenbefreiung gestellt werden (und, falls erforderlich, ein Antrag auf Fahrtkostenerstattung) beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Dieser Weg ist übrigens für jeden ALG II-Empfänger mit noch nicht ausreichenden Deutschkenntnissen möglich.

Zur Erstberatung mitbringen sollten Sie außerdem ein Ausweisdokument und eine Bankverbindung (für eine eventuelle Fahrtkostenerstattung).

Ein Integrationskurs ist ein Intensivkurs, der in 660 oder 960 Stunden Unterricht die grundlegenden Kenntnisse der deutschen Sprache vermittelt und zum Sprachniveau B1 führt. Dies ist ausreichend, um sich im Alltag zurechtzufinden. Der Integrationskurs bildet die Grundlage für weitere Sprachkurse, die für eine erfolgreiche Ausbildung oder ein Studium notwendig sind. Neben Grammatik und Wortschatz werden auch Sachkenntnisse über Gesellschaft, Wirtschaft und Politik vermittelt. Der Kurs endet mit zwei Abschlussprüfungen, dem „Deutschtest für Zuwanderer“ und dem Test „Leben in Deutschland“.

In der Woche werden 12 bis 25 Stunden unterrichtet, je nach Verfügbarkeit der Lehrkräfte und Art des Kurses. Für Menschen, die noch keine Schrift erlernt haben oder die nun eine Zweitschrift lernen müssen, gibt es spezielle Integrationskurse mit Alphabetisierung. (Regelzeit: 900 Stunden, 300 Std. Wiederholung möglich). Die Wartezeit bis zu einem Kursbeginn kann zwischen drei und acht Monaten liegen, bei Kursen mit Alphabetisierung auch darüber.

Weitere Informationen finden Sie hier und direkt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Asylsuchende mit „guter Bleibeperspektive“ können außerdem einen Antrag auf Zulassung (Link) zur Teilnahme an Integrationskursen stellen. Das empfiehlt sich dann, wenn es ein passendes Kursangebot gibt und die Anerkennung absehbar nicht innerhalb von wenigen Monaten ausgestellt sein wird. Beizulegen ist eine Aufenthaltsgestattung oder -duldung. Wer das nicht hat, kann auch eine BÜMA beilegen (Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender, ausgestellt von der örtlichen Ausländerbehörde). Die Registrierung einer Landeserstaufnahmestelle (LEA) genügt nicht! Das BAMF entscheidet, wer das darf und wer nicht. Asylsuchende aus anderen Ländern als derzeit Syrien, Irak, Iran, Eritrea und Somalia sind davon generell ausgeschlossen.

Muster Bewilligung ALG II (ca. 375 KB)

Muster Verpflichtung Ausländerbehörde (ca. 708 KB)